
Viele repräsentative Gebäude Geislingens, wie das Alte Rathaus, bilden wunderschöne Beispiele mittelalterlicher Fachwerkskunst.
Fruchtkammer der Stadt
Eines der bekanntesten und beein-druckendsten Gebäude der historischen Altstadt Geislingens bildet der neungeschossige „Alte Bau“ aus dem Jahr 1445. Auch dieses Gebäude, das eines der größten Fachwerkhäuser Deutschlands ist, diente der Bevölkerung der Stadt als Frucht- und Kornkammer. Die Positionierung des Gebäudes, direkt angrenzend an die innere Stadtmauer, lässt seine Wichtigkeit für die damalige Stadtbevölkerung erahnen. Heute befinden sich im „Alten Bau“ das „Museum im Alten Bau“, das Zeugnisse der Geschichte, Tradition und Kultur der Region in sich vereint, das Südwestdeutsche Schatztruhenmuseum und die Städtische Galerie mit Wechselausstellungen regionaler und überregionaler Künstler.
Historische Mauern wie neu
In unmittelbarer Nachbarschaft zum „Alten Bau“ befindet sich das ehemalige Kornschreiberhaus, das dem einstigen Kornschreiber, dem Leiter des städtischen Kornamts, als Wohnhaus diente. Der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach veränderte Bau wurde 1989 abgetragen und ab 1992 unter teilweiser Verwendung originaler Hölzer über dem in gleicher Lage verbliebenen Keller wiederaufgerichtet. Für den Wiederaufbau des zweigeschossigen Baus von 1397 war der architektonische Ist-Zustand um 1500 maßgeblich. Dabei konnte ein für das historische Gerüst- und Gefüge des Hauses bedeutender Anteil an Originalhölzern an alter Stelle wieder eingebaut werden, wobei der Umfang der original verwendeten Teile nach oben hin zunimmt. Während im Erdgeschoss lediglich Rähme und Mittleunterzug verwendet werden konnten, wurden im Obergeschoss unter anderem auch die Mehrzahl der Ständer einschließlich des profilierten Eckständers am Fenstererker sowie die Mehrzahl der Deckenbalken verwendet. Das Dachgerüst ist mitsamt seinen Sparren nahezu vollständig überliefert. Teilweise konnten sogar die originalen Holznägel wiederverwendet werden.